Langzeitmessungen in den Eulennistkästen 

Mit der Langzeitmessung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und später auch CO2 soll herausgefunden werden, welches Mikroklima in einem Nistkasten im Verlauf eines Jahres herrscht und was für einen Einfluss das auf den Bruterfolg der Eulen hat.

Aktuelle Messungen 2025

CAM1: Temperatur (MW / Monat)

CAM1: Temperatur (MW / Monat)

CAM1: Luftfeuchtigkeit (MW /Monat)

Abb. 1 u. 2.:  Darstellung der gemessenen Einzelwerte übers Jahr für Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Nistkasten. Die Grafik wird zu jeder vollen Stunde durch Messungen im Nistkasten aktualisiert. Für Schleiereulen liegt die thermisch neutrale Zone unterhalb von 32 °C (1.). Für die Luftfeuchtigkeit gibt es ebenfalls Schwellwerte, die für Kücken von Wildvögeln optimal sind (2.).

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CAM1: Aktivitätsmonitor (MW / Monat)

Abb. 3:  Aktivitätsmonitor: Summe der pro Tag erkannten Bewegungen ausgelöst durch die Schleiereulen im Nistkasten. Man sieht die deutliche Zunahme der Aktivität mit dem Start des Brutgeschäftes Anfang Mai.

Erkenntnisse der Temperaturmessung (Messreihe 2025):

Im Mittel bewegten sich die Temperaturen im Nistkasten in den Monaten Mai bis August zwischen moderaten 18 -21 C° (siehe Abb. 1.). Alles Werte mit denen die Eulen gut zurechtkommen.    


Das Bild sieht allerdings auch in 2025 ganz anders aus, wenn man einzelne Tageshöchst-temperaturen betrachtet:  

Es gab mehrere Tage im Juni und Juli an denen die Temperatur um die 30° erreicht hat. An drei Tagen in diesen beiden Monaten wurden sogar noch deutlich höhere Temperaturen gemessen:

Im Juni (35 C°) und im Juli wurden im Eulenkasten im Laufe des Nachmittags Maximalwerte von  32,2 C°35.7 C°, und an einem Tag sogar 37,7° gemessen.  Damit wurde der Höchstwert vom August 2024 (34,2 C°) um 3,5 C° übertroffen. 

Laut Angaben in der Literatur (1) liegt das obere Limit der thermisch neutralen Zone für Schleiereulen bei 32 °C.  Bei Temperaturen darüber kann es zu einem gehemmten Wachstum der Küken, Dehydrierung, Hyperthermie und im schlimmsten Fall zum Tod der Vögel kommen.


Die fünf Küken im Nistkasten hatten sichtlich mit diesen hohen Temperaturen zu kämpfen, zumal sie zu diesem Zeitpunkt erst zwischen 2-3 Wochen alt waren. Sie lagen dann oft ziemlich „platt“ im Eulenkasten. Dennoch haben die Küken diese Temperaturen bis jetzt offensichtlich gut überstanden und entwickeln sich prächtig (siehe Bilder in der Galerie). Auch die Altvögel hatten bei den hohen Temperaturen oft die Flügel leicht ausgebreitet, um sich wenigstens etwas Kühlung zu verschaffen.


Eine Untersuchung der Universität von Kalifornien (2.) hat gezeigt, dass neben anderen Faktoren die Größe der Nistkästen einen deutlichen Einfluss auf die Temperatur im Kasten hat: ein doppelt so großes Kastenvolumen (60 x 45 x 60 cm) verringert die Temperatur immerhin um  5 °C im Vergleich zum einem kleineren Kasten (55 x 30 x 40). 


Erkenntnisse der Luftfeuchtigkeits-Messung (2025):

Die geringste Luftfeuchtigkeit wurde Mitte März mit 27 % gemessen, der höchste Wert Anfang lag Anfang Juni bei 92 %, da dieser Monat aufgrund der sehr vielen Niederschläge sehr nass war (Abb. 2.)

In dem Zeitraum in dem die Vögel im Nistkasten gebrütet haben (Mitte Mai bis Mitte Juni) lagen die Werte für die Luftfeuchtigkeit im Mittel zwischen 50 bis 55 % (siehe Abb. 2.). Von Wildvögeln, die in Brutkästen aufgezogen werden, weiß man, dass das für das Brüten optimal ist. 

In der aktuellen Aufzuchtphase der Küken lag die Luftfeuchtigkeit bisher im Mittel immer zwischen 55 - 70 %, was laut Literatur für heranwachsende Küken von Wildvögeln optimal sein soll.

Literaturnachweis: 1. C. Thouzeau et al., Energy metabolism and body temperature of barn owls fasting in the cold, Phys. & Biochem Zoo. 1999, 72(2); 2. E. Phillips et al, Investigating Barn Owl nest box size and use of shade panels to mitigate extreme temperatures

Das Eulenkamera 

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